Ergebnisse Weltklimakonferenz: Was die Finanzbranche damit zu tun hat

Die Weltklimakonferenz COP26, welche Mitte November zu Ende ging, lieferte wichtige Ergebnisse gegen den Klimawandel. Wir zeigen diese auf und erläutern, was nachhaltige Finanzen bedeuten und welche Rolle die Finanzbranche im Kampf gegen den Klimawandel einnimmt.

Ziel der 26. Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow war es, die Massnahmen zur Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens und des UN-Rahmenübereinkommens über Klimaänderungen voranzutreiben.

Netto-Null erreichen: Der Beitrag der Weltklimakonferenz COP26

Auf der COP26 wurde der Klimapakt von Glasgow beschlossen – fast 200 Länder stimmten ihm zu. Abgesehen von der Ein-Satz-Erklärung, den Temperaturanstieg unter 1.5°C zu halten, sind dies die Hauptpunkte, die von den Delegierten diskutiert wurden:

  • Kohle wird als Energieträger „schrittweise abgeschafft“.
  • In den nächsten fünf Jahren sollen 500 Milliarden Dollar an Entwicklungsländer gezahlt werden, um ihnen zu helfen, ihre Emissionen zu senken und die Auswirkungen der Klimakrise zu bewältigen.
  • Die Führung eines Datenbank-, Kommunikations- und Berichterstattungssystems (Santiago Network) für Länder und Organisationen, um Möglichkeiten zu identifizieren und zu katalysieren und Unterstützung zu mobilisieren, um Verluste und Schäden durch den Klimawandel zu bewältigen.

Einige Länder und NGOs bezeichneten die Ergebnisse als „enttäuschend“. Die meisten Länder stimmten jedoch darin überein, dass die Einigung zum jetzigen Zeitpunkt und in Anbetracht ihrer Differenzen ausgewogen sei. Der neuseeländische Chefunterhändler fasste es folgendermassen zusammen: «Der Text stellt das ‘am wenigsten schlechte’ Ergebnis dar.»

Mehr Informationen zur COP26 und deren Ergebnisse finden Sie hier.

Begriffserklärung: Netto-Null

Netto-Null (Netto-Null-Emissionen) bedeutet, dass Menschen durch verschiedene Massnahmen die von ihnen verursachten Treibhausgase in gleicher Menge der Erdatmosphäre wieder entziehen. Netto-Null bedeutet entsprechend Klimaneutralität. Ziel der weltweiten Klimapolitik: Bis 2050 Netto-Null beziehungsweise Klimaneutralität erreichen.

Quellen: Avenir Suisse und IPCC

Worin besteht der Zusammenhang zwischen den erwähnten Massnahmen und der Finanzwelt?

Die Bedeutung von nachhaltigen Finanzen

Wie die Welt aktuell wirtschaftet, ist nicht nachhaltig. Die ökologische Ebene wird überstrapaziert und hat ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Der Finanzsektor nimmt bei der Bekämpfung des Klimawandels eine zentrale Rolle ein. Einerseits müssen enorme Summen investiert werden, um nachhaltige Massnahmen, wie beispielsweise erneuerbare Energien, zu fördern. Dies, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN zu erreichen. Andererseits fliessen immer noch Unmengen von Geld in Organisationen, Projekte und Kapitalanlagen, die keine Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.

Welche Rolle spielen die Finanzen bei Netto-Null?

Eines der im Vorfeld der COP26 genannten Hauptziele war die Mobilisierung von Finanzmitteln. Die Glasgow Financial Alliance for Net Zero (GFANZ) wurde ins Leben gerufen, um die Standards zu erhöhen, den Ehrgeiz voranzutreiben und sicherzustellen, dass die Netto-Null-Verpflichtungen transparent, glaubwürdig und konsistent sind. Es müssen Billionen aus dem privaten und öffentlichen Sektor fliessen, damit Netto-Null erreicht werden kann.

Portrait von Andi Burri

Bildquelle: flickr

«Der Privatsektor hat erkannt, dass Klimarisiken für seine Portfolios sehr wichtig sind und dass er sie auf eine nachhaltigere Wirtschaftsweise ausrichten muss.»

 

Patricia Espinosa, Exekutivsekretärin des UN-Rahmenübereinkommens über Klimaänderungen

500 globale Finanzdienstleistungsunternehmen haben reagiert und sich bereit erklärt, 130 Billionen US-Dollar – rund 40 % des weltweiten Finanzvermögens – an den Zielen des Pariser Abkommens auszurichten, einschliesslich der Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1.5 °C. Ein ermutigendes Zeichen.

Im nächsten Artikel zu diesem Thema werden wir uns eingehender mit dem Fahrplan und der Rolle von institutionellen Anlegern, Regierungen und Städten bei der Finanzierung von Netto-Null befassen.

Bleiben Sie dran.

Wo stehen Kommunen in Sachen Nachhaltigkeit?

Wo stehen Kommunen in Sachen Nachhaltigkeit?

Im SDG-Portal ab sofort auf Loanboox abrufbar

17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) umfasst die Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Sie dienen der Förderung nachhaltigen Friedens und Wohlstands und zum Schutz unseres Planeten. Was so groß ist, fängt im Kleinen an: Dort, wo Maßnahmen für die Menschen täglich wirksam und erlebbar werden.

Kommunen bei ihrer Hauptrolle unterstützen

„Die Kommunen spielen bei der Umsetzung der Agenda 2030 eine zentrale Rolle. Viele Kommunen haben sich bereits auf den Weg in eine nachhaltige Zukunft gemacht, viele weitere arbeiten derzeit an Strategien und Maßnahmen“, sagt Marc Wolinda von der Bertelsmann Stiftung.

Um die Kommunen zu einem wirkungsorientierten Nachhaltigkeitsmanagement zu unterstützen, haben kommunale Spitzenverbände, die Bertelsmann Stiftung und weitere Partnerorganisationen das SDG-Portal geschaffen. „So bietet das Portal 56 SDG-Indikatoren mit Daten für alle Kommunen ab 5.000 Einwohnern, SDG-Maßnahmen und ein Berichtstool“, erklärt Marc Wolinda weiter.

SDG-Portal auf der Plattform integriert

Mit einem Klick auf das auf der Plattform verlinkte SDG-Portal, erscheinen alle von der Kommune bereits verfolgten Ziele mit hinterlegten Indikatoren. Die schnell abrufbaren Informationen sind für Kapitalgeber als Orientierung ein Mehrwert, nimmt doch die Bedeutung nachhaltiger Finanzierung einen immer höheren Stellenwert ein.

Für Kommunen steht ein ganzer Katalog an Maßnahmen und Beispielen zur Umsetzung der SDGs zur Verfügung, als Anregung für die eigene nachhaltige Entwicklung. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit des Vergleichs mit anderen Kommunen sowie die Dokumentation der eigenen nachhaltigen Entwicklung durch eine Berichtsfunktion.

Hintergrundwissen

Dies sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung – Sustainable Development Goals (SDGs) auf einen Blick.

Für Sie vor Ort. Wir freuen uns, Sie wiederzusehen!

Für Sie vor Ort. Wir freuen uns, Sie wiederzusehen!

Digital und telefonisch standen wir Ihnen in den letzten Monaten zur Seite. Endlich treffen wir uns auch persönlich wieder.

Von einem Tag auf den anderen gab es Homeoffice anstatt Büro, digitale Sitzungen anstatt Abstimmungen in Präsenz, digitalen Kontakt anstatt persönlichen Treffen. Kommunikation musste terminiert, technisch umgesetzt und präzise geplant werden. Dass dies funktioniert, haben wir im letzten Jahr bewiesen.

Was wir aber auch gespürt haben: Der Austausch bei einem persönlichen Treffen ist schwer zu ersetzen.

Umso mehr freuen wir uns, Sie nach über einem Jahr auf mehreren Veranstaltungen zu sehen und mit Ihnen zu sprechen. Sie treffen uns auf diesen Landesarbeitstagungen des Fachverbandes der Kommunalkassenverwalter:

Was sind die aktuellen Herausforderungen bei Ihrer Arbeit? Wie können wir Sie bei der Vereinfachung der Prozesse und der weiteren Digitalisierung der Kämmerei unterstützen? Wir hören Ihnen zu und stehen Ihnen weiterhin zur Seite.

Hier können Sie einen Gesprächstermin zu einen der Veranstaltungen vereinbaren. Wir freuen uns auf Sie!

Wir erleben eine Zeitenwende

Ein Ausschnitt aus dem Loanboox Webinar mit dem Titel „Covid und die Auswirkung auf die Kommunalfinanzierung“ mit dem Ökonomen, Autor und Blogger Daniel Stelter. Ein kurzer Überblick: 

Nach 40 Jahren der Desinflation wird sich die Situation wahrscheinlich drehen, meint Stelter. Schuldner können also darüber nachdenken, sich längerfristig zu verschulden. Das ist auch für Kommunen ein Thema.

Eine Wende zeichnet sich bereits bei den Banken in der aktiven Vergabe von Krediten ab. Daniel Stelter erläutert, an welchen Stellen dies wirksam wird.

Mit Blick auf die Kommunen ist an vielen Stellen die Politik gefragt: Die Kommunen sollten finanziell besser ausgestattet werden, was eine Umverteilung der Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen voraussetzt. 

Und generell sollte schnellstens mehr in das Land investiert werden – dafür sind Schulden (für Investitionen) völlig legitim. Schließlich schaffen Schulden neues Geld.

Neugierig geworden? Mehr Impulse gibt es in diesem Video. 

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Neue Haushaltskrise? – Kommunaler Finanzreport 2021 der Bertelsmann-Stiftung

Neue Haushaltskrise? – Kommunaler Finanzreport 2021 der Bertelsmann-Stiftung

Die Corona-Krise in Deutschland traf auch die Kommunen. Sie wurden – bisher einmalig – mit einem großen Hilfspaket von Bund und Ländern unterstützt. Der teilweise Überschuss in den kommunalen Kassen basiert ausschließlich auf diesen Hilfsgeldern. In den Haushaltsbüchern stünde ohne diese finanzielle Unterstützung das größte Defizit der deutschen Geschichte.

Zeitgleich erreichen die kommnalen Investitionen ein neues Rekordhoch. Ob und wie diese allerdings umgesetzt werden können, ist nicht absehbar. Mehr dazu lesen.

Der von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte Kommunale Finanzreport untersucht, welche finanziellen Belastungen durch diese Krisen bei den Städten und Gemeinden auftraten und wie der Rettungsschirm von Bund und Ländern wirkte.

Sie möchten mehr Details? Auf der Seite der Bertelsmann-Stiftung können Sie den gesamten Report kostenlos herunterladen.

„Pandemiebeheber“ vor Ort: Kommunen brauchen finanzielle Mittel

„Städte können die Lücke allein nicht schliessen“, sagt Markus Lewe, Vize-Präsident des Deutschen Städtetags und Oberbürgermeister von Münster in einem Interview mit SWR-Aktuell. Den Kommunen fehlen nötige finanzielle Mittel. Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund weiß, dass ein Rettungsschirm für 2021 und 2022 erforderlich ist.

9 Milliarden Steuereinnahmen werden jeweils in diesem und im nächsten Jahr in den Kassen der Kommunen fehlen. Davon geht der Deutsche Städtetag aus. Doch gerade in dieser Zeit sind finanzielle Mittel umso wichtiger, um die Auswirkungen der Pandemie vor Ort zu lösen. Der Deutsche Städtetag fordert deswegen einen Ausgleich der Steuer-Mindereinnahmen durch den Bund. Der Bundesfinanzminister Olaf Scholz sagt bisher „Nein“.

Für die Kommunen, die die Menschen durch und aus der Pandemie begleiten, könnte diese Antwort schwerwiegende Folgen haben: Es droht die Streichung freiwilliger Leistungen, die so wegweisend für die Zukunft sind. Gerade die Unterstützung von Sportvereinen, Ferien- und Freizeitaktivitäten und der kulturellen Szene sind wichtig für Familien und Kinder, die am meisten unter der Pandemie gelitten haben.

Das SWR Interview mit Markus Lewe und Moderator Andreas Böhnisch finden Sie zum Nachhören hier.

Zukunftsleistungen sichern

Im vergangenen Jahr hat nicht nur der Bund den Städten und Gemeinden ausgeholfen, auch die Länder waren sehr kooperativ. Das erwarten die Kommunen zukünftig ebenso, zumal durch den Rechtsanspruch auf Grundschulbetreuung erneut Kosten generiert werden, die in die Verantwortung der Städte und Gemeinden fallen. Dabei lautet der Grundsatz bei der Verteilung der finanziellen Lasten eigentlich „Wer bestellt, bezahlt“.

Die Ungewissheit bleibt

Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert in einem Positionspapier einen zweiten Rettungsschirm und unterstreicht die Wichtigkeit kommunaler Investitionen als Konjunkturmotor. Demnach machen kommunale Investitionen rund zwei Drittel der gesamten Investitionstätigkeit des Staates aus.

Wird es eine weitere Entscheidung bezüglich des Rettungsschirms vor der Bundestagswahl geben? Wohl kaum. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die neue Regierung auf die Forderungen des Deutschen Städtetages und des Deutschen Städte- und Gemeindebundes eingehen wird.

Sie möchten das Thema vertiefen? In einem Interview mit KOMMUNAL-Chefredakteur Christian Erhardt geht es um Schwierigkeiten, aber vor allem um Chancen für Kommunen in und nach der Pandemie.